Architektur der
Granat­kapelle


mario bottas

Granatkapelle

Die Kapelle erhält ihre Bezeichnung von dem Halbedelstein Granat, der - in Form eines
 Rhombendodekaeders geschliffen - im Zillertal traditionell als Schmuck zur Tracht getragen wird. Der Entwurf setzt die Kapelle auf einen Felsvorsprung, der
 nordseitig auf das darunterliegende Tal blickt. Die Südseite der Kapelle hingegen richtet sich auf den
 Wasserspiegel eines künstlich angelegten Bergteiches, der im Winter als Wasserspeicher für Kunstschnee genutzt wird.


Der Baukörper in Form eines Rhombendodekaeders steht auf einem Betonsockel. Die Tragstruktur bilden Holzwände, die aussen mit Corten-Stahlplatten verkleidet sind. Der Eingang der Kapelle befindet sich im Sockelgeschoss, von hier führt eine Treppe der Wand entlang hinauf in den Andachtsraum. Mit einem einzigen Blick kann somit die klare und präzise Geometrie des Innenraumes wahrgenommen werden. Durch die zenitale Öffnung in der Decke strömt Licht von oben ins Innere und belebt die regelmässigen Flächen der Rhomben, die mit feinen Lärchenholzleisten verlegt sind. Die Magie dieses Raumes liegt in der Kontinuität und der perfekten geometrischen Form der Wände, die zwar identisch sind, doch durch den variierenden Lichteinfall eine unterschiedliche Flächengestaltung annehmen.